Standort Leipzig

Die interdisziplinär besetzte Forschungsgruppe des FGZ-Teilinstituts am Standort Leipzig besteht aus etwa 20 Wissenschaftler*innen, die in 14 Projekten die Vielfalt populistischer Bewegungen und Regimes sowie ihre Akzeptanz in den Bevölkerungen seit dem späten 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart untersuchen.

Sie widmen sich Fragen nach der Vernetzung populistischer Bewegungen und ihren Reaktionen auf die zunehmende globale Verflechtung. Zusätzlich erforschen sie, welche Teile von populistischen Agenden durch andere politische Strömungen aufgegriffen werden und welche gesellschaftlichen Auswirkungen dadurch entstehen.

Globaler Kontext des Zusammenhalts

Dafür nutzen die Forschenden ein breites Spektrum an historischen, sozial- und kulturwissenschaftlichen Methoden. Dies umfasst global angelegte Vergleichsstudien, Umfragen, Fallstudien für das westliche und östliche Europa, die beiden Amerikas, das subsaharische Afrika und Ost-, Süd- sowie Südostasien mit der Absicht, die Entwicklungen in Deutschland in einen breiteren, letztlich globalen Kontext einzuordnen.

Folgende Fragen stehen im Mittelpunkt:

  • Wie reagierten und reagieren Bewegungen, Parteien, Regimes auf historisch spezifische Konstellationen globaler Verflechtungen und wie stellen sie sich zu einem liberalen Entwurf von Globalisierung und Demokratie?
  • Welchen Leitvorstellungen sollen das Gemeinwesen und die Demokratie entsprechen?
  • Wie verflechten sich diese Bewegungen, Parteien und Regimes transnational und transregional, bilden Allianzen und lernen voneinander?
  • Wie werden Teile dieser populistischen Agenden von anderen politischen Strömungen aufgegriffen und in das eigene Repertoire inkorporiert?
  • Welchen Erfolg erzielen solche Agenden in den Bevölkerungen, warum und mit welcher gesellschaftlichen Wirkung?

Damit leistet der Standort Leipzig einen Beitrag zu allen drei Forschungsclustern des FGZ und verbindet die Suche nach der historischen Herausbildung, Veränderung und Durchsetzung von Theorien des gesellschaftlichen Zusammenhalts mit empirischen Untersuchungen zu aktuellen Gefährdungen dieses Zusammenhalts und einer global-vergleichenden Perspektive, die die untersuchten Fallbeispiele nicht isoliert, sondern in ihrer Verflechtung diskutiert.

Bedingungen der Globalisierung

Dieser Fokus wird vervollständigt durch die Mitwirkung der Leipziger Forschungsgruppe an der zunächst innerhalb Deutschlands regional vergleichenden Datenerhebung zu Indikatoren des gesellschaftlichen Zusammenhalts, am vielgestaltigen Wissenstransfer und der partizipativen Forschung mit Funktionsträger*innen, Lehrer*innen und Medienakteur*innen. Dabei wird das Ziel verfolgt, Vorschläge zur Neukonstituierung gesellschaftlichen Zusammenhalts unter den Bedingungen einer offenen, sich international vernetzenden und rasch wandelnden Gesellschaft zu formulieren.

Gemeinsam mit den Geschäftsstellen in Bremen und Frankfurt koordiniert und leitet Leipzig das insgesamt elf Standorte umfassende Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt.

Hier finden Sie alle Forschungs- und Transferprojekte des Forschungsinstituts Gesellschaftlicher Zusammenhalt.

 

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