Standort Konstanz

Das FGZ-Teilinstitut am Standort Konstanz bringt eine kulturwissenschaftliche Perspektive in das FGZ ein und wird vor allem einen Beitrag zum Cluster „Theorien, Politiken und Kulturen des Zusammenhalts“ leisten. Es vereint programmatisch rechts-, literatur- und medienwissenschaftliche mit historischen, ethnologischen und soziologischen Fragestellungen.

Die am Standort Konstanz beteiligten Wissenschaftler*innen interessieren sich vor allem für die Quellen und Entstehungsbedingungen gesellschaftlichen Zusammenhalts. Sie isolieren hierbei keine im engeren Sinne kulturelle Dimensionen, sondern beobachten sie in ihrem Zusammenwirken mit sozioökonomischen und politisch-institutionellen Faktoren. Hierin sieht das Teilinstitut den genuinen Beitrag einer kulturwissenschaftlichen Herangehensweise zum Gesamtverbund.

 

Migration und Bürgerschaft

Thematisch sind vier Schwerpunkte geplant, die auch von den beiden anderen Clusterblöcken inspiriert sind. Im Themenfeld „Verfassung, Migration und Integration“ stehen rechtliche Fragen im Vordergrund, von der Definition von Zugehörigkeit bis hin zur Bedeutung der Verfassung für gesellschaftliche Selbstverständigungsdiskurse. Ferner steht die Konstanzer Gruppe für „Narrative“ im Sinn gesamtgesellschaftlich wirkmächtiger Erzählungen, dies ausgehend von der Annahme, dass die Positionierung von Einzelnen und Gruppen in der Gesellschaft nicht nur durch sozioökonomische Faktoren beeinflusst wird, sondern ebenso durch erzählerische Selbstbeschreibungen. Historische und ethnographische Forschungen werden sich dem institutsweit zentralen Phänomen der Inklusion und Exklusion im Rahmen von Erwerbsarbeit widmen. Viertens beschäftigt sich die Gruppe international vergleichend mit den politischen und sozialen Konsequenzen, die sich im Gefolge veränderter medialer Infrastrukturen und globaler Transformationserfahrungen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt abzeichnen.

 

Interaktive Prozesse auf kommunaler Ebene

Neben der Erarbeitung von wissenschaftlichen Erkenntnissen und damit verbundener konkreter Politikberatung möchten die Konstanzer Wissenschaftler*innen interaktive Prozesse auf kommunaler Ebene anstoßen. Zu den geplanten Maßnahmen gehören unter anderem ein partizipatorisches Erzähl-Projekt und ein Fortbildungsprogramm für Integrationsbeauftragte. Als übergreifenden Forschungs- und Transferbeitrag plant der Konstanzer Standort des FGZ außerdem eine Kollektivpublikation zu „Schlüsselbegriffen gesellschaftlichen Zusammenhalts“. Diese wird mit wissenschaftlichem Anspruch verschiedene Dimensionen des Zusammenhalts aufzeigen und auch einem nicht-wissenschaftlichen Publikum zugänglich machen.

Hier finden Sie alle Forschungs- und Transferprojekte des Forschungsinstituts Gesellschaftlicher Zusammenhalt.