Standort Göttingen

Das FGZ-Teilinstitut am Standort Göttingen erforscht die Gegenwart und Zukunft der Arbeitswelt sowie der dort tätigen Menschen und die Dynamik des digitalen Wandels.

Das Soziologische Forschungsinstitut Göttingen (SOFI) leistet mit seiner programmatischen Ausrichtung auf anwendungsorientierte soziologische Grundlagenforschung theoretische, konzeptionelle und empirische Beiträge zu den Themenfeldern Arbeit, Lebensweisen und öffentliche Güter. Die Teilhabe an Erwerbsarbeit und Beruf sowie ein leistungsfähiger Rechts- und Sozialstaat sind wesentliche Voraussetzungen gesellschaftlichen Zusammenhalts. Arbeit und Betrieb repräsentieren zentrale Ankerpunkte der Lebenschancen und -führung; zugleich entfalten öffentliche Infrastrukturen sowie staatliche Institutionen materielle, rechtliche und soziale Bindekräfte.

 

Covid-19 und die Arbeitswelt

Die Forschung am Teilinstitut Göttingen erhält unter den Bedingungen einer globalen Pandemie und ihren nachhaltigen sozialen, wirtschaftlichen, technologischen und kulturellen Folgewirkungen neue Aktualität: Denn die kohäsiven Kräfte der Arbeitswelt und der öffentlichen Infrastrukturen stehen unter starker Spannung. Auf der einen Seite gilt dies mit Blick auf die Dynamik des digitalen Wandels, auf neue Konflikte um Gestaltung und Mitbestimmung in der Arbeitswelt oder auf die Brüchigkeit von Erwerbsbiografien. Die institutionellen und rechtlichen Rahmenbedingungen der Erwerbsarbeit, aber auch die unterschiedlichen Akteurs- und Interessengruppen in der Arbeitswelt stehen vor neuen Herausforderungen.

Auf der anderen Seite erhalten öffentliche Güter als starke Infrastrukturen des Zusammenhalts neue Aufmerksamkeit und treten aus dem Hintergrund ihrer Systemrelevanz hervor. Die Frage der Verantwortung für gesellschaftlich notwendige Dienste und Güter wird damit zukünftig an vielen Orten gestellt. Zugleich wird deutlich, dass das Verhältnis von Gemeinwohl und Einzelinteresse in einer Gesellschaft, deren soziale Verwundbarkeiten und Fragmentierungen in der wirtschaftlichen Rezession und Staatsschuldenkrise der kommenden Jahre klar zu Tage treten, neu bestimmt werden muss. Schließlich erhalten auch die Haushalte als Orte der Lebensführung und -gestaltung verstärkt Aufmerksamkeit. Sie sind zentrale Schnittstellen der Erfahrung und Bewältigung sozialer Flieh- und Bindekräfte, der Entsolidarisierung und des Zusammenhalts.

 

Erwerbsarbeit und gesellschaftlicher Zusammenhalt

Die Grundlage der Forschungen am Teilinstituts Göttingen sind empirische und konzeptionelle Studien, die zeitdiagnostische Geltung beanspruchen. Das Forschungspaket, das vom SOFI in das FGZ eingebracht wird, reicht von einer Nachwuchsgruppe zur Soziologie öffentlicher Güter über Projekte, die die produktive oder destruktive Kraft der Erwerbsarbeit für den sozialen Zusammenhalt beforscht, bis zu einer regional verteilten und vergleichenden qualitativen Paneluntersuchung, die auf methodisch innovative Weise die soziale Praxis des Zusammenhalts in den Blick nimmt. Hierbei kommen die Arbeits- und Lebenswelt von Haushalten ins Zentrum der Aufmerksamkeit, aber auch die Infrastrukturen und öffentlichen Güter, die gesellschaftlichen Zusammenhalt ermöglichen. Digitalisierung, öffentliche Güter und Haushalte sind zentrale Kategorien, denen in den kommenden Jahren hohe systematische und empirische Bedeutung für die Gestaltung und Weiterentwicklung sozialen Zusammenhalts zukommt. Hervorzuheben ist schließlich, dass die Forschungsvorhaben des Teilinstituts Göttingen im FGZ aufeinander bezogen, aber auch auf vielfältige Weise mit den Forschungen an anderen Standorten verknüpft sind.

Hier finden Sie alle Forschungs- und Transferprojekte des Forschungsinstituts Gesellschaftlicher Zusammenhalt.