[Open Access] Bedrohungsempfinden als Quelle gruppenbezogener Vorurteile durch Religionen in einer heterogenen Stadtgesellschaft. Analysen des Berlinmonitors

In: Zeitschrift für Religion, Gesellschaft und Politik, volume 4, pages 7–43 (2020)

Autor*innen

Gert Pickel, Kazim Celik, Julia Schuler & Oliver Decker

Abstract

Gruppenbezogene Vorurteilen und Ressentiments sind eine Belastung für die liberale die Demokratie. Sie reflektieren häufig eine Ablehnung und eine Angst vor gesellschaftlicher Veränderung. Dabei scheinen religiöse Gruppen besonders stark betroffen, nimmt man die vielfältigen öffentlichen Diskussionen zu antimuslimischen Ressentiments und Antisemitismus zur Kenntnis. Gleichzeitig kann Religiosität auch Vorurteile hemmen, bestärken – oder gar hervorbringen. Im vorliegenden Beitrag werden der Daten des 2019 erhobenen Berlin-Monitors mit dem Ziel mögliche Zusammenhänge zwischen einer differenzierter erfassten Religiosität und Vorurteilen bzw. Ressentiments zu untersuchen. Die Wirkung von Religiosität ist zeigeteilt: Religiös dogmatische bis fundamentalistische Menschen neigen eher zu Vorurteilen als andere Bevölkerungsgruppen. Liberale, oft sozial engagierte Christ*innen oder auch Muslim*innen weisen dagegen weniger Vorurteile auf. Dabei finden sich speziell für den Antisemitismus zwei besonders anfällige Gruppen: Rechtorientierte Menschen und dogmatische Muslim*innen. Dies kann auch in Berlin, wo die Bürger*innen im Vergleich zum Bundesgebiet toleranter sind, nachgewiesen werden.

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