Inklusion, Exklusion und Populismus

In diesem Forschungsfeld treffen zahlreiche der bereits diachron erörterten Themen mit einem klaren Gegenwartsfokus unter den Stichworten Inklusion, Exklusion und Populismus wieder aufeinander.

Dabei behandeln die Wissenschaftler*innen unterschiedliche Faktoren wie Parteiensysteme (BRE_F_05), Religion (BER_F_02), Rassismus (BER_F_03 und BER_F_04), lokale Konfliktdynamiken (BIE_F_06 / BRE_F_04), Krisenerfahrungen (BER_F_01) und Generationenunterschiede (BIE_F_07), aber auch um das Zusammendenken der Faktoren gesellschaftlichen Zusammenhalts in den historisch immer wieder aufflammenden Debatten über Integration (LEI_F_02) und die entsprechenden Erfahrungen von gesellschaftlich marginalisierten Gruppen mit In- und Exklusion in Zivilgesellschaft (JEN_F_03) und Ökonomie (BER_F_01, KON_F_04 und KON_F_05) sowie um die Bedeutung kollektiv geteilter Emotionen (Quent 2017; Nussbaum 2019), in gesellschaftlichen Aushandlungsprozessen (JEN_F_01). Ein direkt damit zusammenhängendes Transferprojekt geht der Bewältigung von Krisen des gesellschaftlichen Zusammenhalts im kommunalen Alltag am Beispiel des Erlebens der sogenannten „Flüchtlingskrise“ nach (KON_T_03).

Das Erstarken populistischer Parteien

Eine wichtige Frage richtet sich darauf, wie etablierte Parteien auf das Aufkommen populistischer Herausforderungen reagieren. Der internationale Vergleich liefert hier aufschlussreiche Einsichten in die Möglichkeitsspielräume politischer Parteien und Parteiensysteme und in die Faktoren, die ein weiteres Erstarken populistischer Parteien begünstigen wie gegebenenfalls auch zu vermeiden erlauben (BRE_F_05). Die diskursgeschichtliche Dimension wird weitergeführt in Analysen der Angebote, die der Liberalismus (KON_F_02) und der Konstitutionalismus (KON_F_01) unterbreiten, um eine Untersuchung populistischer Theorie- und Handlungsofferten dagegen zu stellen. Dabei nähern sich die Projekte dieser Untersuchung aus vier einander ergänzenden Perspektiven an. Zum einen wird nach der Rolle einer möglichen Legitimationskrise der liberalen Demokratie in Bezug auf autoritäre Dynamiken (LEI_F_07) gefragt und die daraus abgeleitete Wahrnehmung kollektiver Handlungsfähigkeit als Treibmittel populistischer Bewegungen aus sozialpsychologischer Perspektive heraus näher untersucht. (LEI_F_03).

Zum anderen werden die beiden in der Forschung favorisierten Hypothesen (einer primären Erklärung aus sozialen Ungleichheiten beziehungsweise der Herleitung aus gravierenden kulturellen Differenzen) über die Ursachen des Erfolgs rechtspopulistischer Bewegungen und Parteien anhand von Indikatoren geprüft, die den Einfluss von kulturellen und sozioökonomischen Spaltungen in der deutschen Gesellschaft zu messen erlauben (LEI_F_06) (siehe dazu Reckwitz 2017; Lengfeld / Dilger 2018). Dies verbindet sich schließlich mit der genaueren Betrachtung eines möglichen politischen Kulturwandels und der Rolle, die eine steigende Islamablehnung für diesen spielt. Auf diese Weise kommen konkrete Inklusions- und Exklusionsmechanismen und ihre Wirkung auf gesellschaftlichen Zusammenhalt in den Blick (LEI_F_08).

Hier finden Sie eine Liste aller Forschungs- und Transferprojekte.

KON_F_04
FGZ-Standort Konstanz

Im Dienste des Staates