Inklusive Verwaltung

INRA_C04 – Projekt des FGZ Konstanz

Die Mitarbeitenden des Teilprojekts C04 befassen sich u. a. auf Basis rechtsethnologischer Erkenntnisse damit, wie die verfassungs- und menschenrechtlichen Grundsätze einer inklusiven Teilhabe an einer diskriminierungs- bzw. rassismussensiblen Verwaltung in der Kinder- und Jugendhilfe realisiert werden können. Das Teilprojekt profitiert dabei von dem interdisziplinären Profil ihrer Beteiligten: So können die in der Feldforschung gewonnenen Einsichten mit Erkenntnissen aus der Verwaltungs- und Rechtswissenschaft verschränkt werden, um mögliche Kriterien, Verfahrensregeln und Rahmenbedingungen für eine inklusive Verwaltung zu erkunden.

Es geht um die Auseinandersetzung mit folgenden Fragen:

  • Welche diskriminierenden Wissensbestände, rassistischen Normvorstellungen und Leitbilder sind in Jugendämtern im Allgemeinen und in Entscheidungsfindungsprozessen im Besonderen vorzufinden?
  • In welchen Praktiken schlagen sich diese Wissensbestände nieder und wie reproduzieren und festigen sich diese?
  • Welche Strukturen bietet das Jugendamt seinen Mitarbeitenden als Rahmenbedingungen, die Rassialisierung begünstigen, sodass daraus Diskriminierung resultieren kann?
  • Welche Legitimations- und Rechtfertigungsstrategien werden genutzt, um solche Diskriminierungen zu verteidigen?

Arbeitsstand

Bislang fand im Teilprojekt eine Auseinandersetzung mit rassismustheoretischen Zugängen wie der Critical Race Theory, Critical Whiteness und Diversity Studies, mit empirischen verwaltungswissenschaftlichen Studien sowie eine Einarbeitung in den diesbezüglichen aktuellen Forschungsstand statt. Zudem wurde die Theorie des Neo-Institutionalismus herangezogen, um das Jugendamt als Institution und Organisation sowie seine Situiertheit in der Umwelt zu betrachten. Diese dienten als theoretisch-methodische Anknüpfungspunkte für die erste explorative Feldphase. Dazu wurden im letzten Quartal des Jahres 2022 die ersten qualitativen Expert:inneninterviews mit v. a. Jugendamtsmitarbeitenden durchgeführt. Für das Jahr 2023 sind weitere Expert:inneninterviews sowie Teilnehmende Beobachtung in deutschen Jugendämtern geplant.

Aufgrund von thematischen Überschneidungspunkten besteht Zusammenarbeit mit dem Teilprojekt A04: „Gemeinschaften unter Verdacht“ sowie Vernetzung mit ReachOut Berlin, der Opferberatung und Bildung gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus.

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