Innerbehördliche Auseinandersetzung mit Rassismus

INRA_C02 – Projekt des FGZ Jena

Das Teilprojekt erforscht die innerbehördliche Auseinandersetzung mit Rassismus(-kritik). Rassismus in Behörden kann sowohl auf individueller als auch auf institutioneller, organisatorischer Ebene verankert sein. In den zwei Behördentypen a) kommunale Sozialverwaltungen und b) Innendienststellen der Polizei wird an zwei Standorten qualitativ untersucht, wie und auf welcher Ebene eine Auseinandersetzung mit Rassismus erfolgt. Dabei ist die Ausgangshypothese, dass bisher etablierte Maßnahmen gegen Rassismus in erster Linie auf die individuelle Ebene abzielen (z.B. Weiterbildungen zur Sensibilisierung von Mitarbeitenden). Im Kontrast dazu liegt der Untersuchungsschwerpunkt des Projekts auf der Rolle formeller und informeller institutioneller Settings (z.B. administrative Verfahren wie Auswahl- oder Entscheidungsregeln) für den Umgang mit rassistischer Diskriminierung.

Daraus ergeben sich folgende Forschungsfragen:

  1. Welchen Einfluss haben institutionelle Bedingungen und Behördenkultur auf die Art der Auseinandersetzung mit (potenziellem) Rassismus (kritisch-reflexiv bis abwehrend)?
  2. Welche Verständnisse von Rassismus bzw. rassistischer Diskriminierung lassen sich in Bezug auf das Behördenhandeln und die professionelle Orientierung von Mitarbeitenden feststellen?
  3. Wo müssten institutionelle Veränderungen ansetzen, um die konstruktive Auseinandersetzung mit Rassismus in einer Behörde voranzutreiben?

Im Anschluss an die bisherige Vernetzung mit Forscher:innen und Praktiker:innen sowie die Sichtung des internationalen Forschungsstandes wurde als erster von zwei Forschungsstandorten Gera (Thüringen) anvisiert. Hier findet derzeit explorative Forschung mit lokalen Expert:innen statt. Parallel dazu wird der Feldzugang zu Sicherheits- und Sozialbehörden vorbereitet. Im Anschluss an die empirische Untersuchung an zwei Standorten werden die Forschungsergebnisse und Handlungsempfehlungen zum Ende des Projekts im Rahmen des Verbundprojekts veröffentlicht.

Das Teilprojekt wird wissenschaftlich begleitet von Dr. Astrid Jacobsen (Polizeiakademie Niedersachsen), Dr. habil. Jens Bergmann (Polizeiakademie Niedersachsen), Dr. Britta Schellenberg (Gründungsdirektorin Den Menschen im Blick, Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der LMU München) und Natalie Schlenzka (Antidiskriminierungsstelle des Bundes).

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