Konformitätsdruck, Selbstzensur und Verschleierung diskriminierender Einstellungen im Behördenalltag

INRA_B12 – Projekt des FGZ Frankfurt am Main

Ziel des Projektes ist experimentelle Evidenz über Art und Ausmaß von Konformitätsdruck, Selbstzensur und der Verschleierung diskriminierender Einstellungen in öffentlichen Behörden mit Kundenkontakt zu liefern und diese mit Verweis auf spezifische Behördenstrukturen und -kulturen zu erklären. Zwei zentrale Fragen stehen dabei im Vordergrund des analytischen Interesses: 1. Inwieweit sehen sich Behördenmitarbeiter sozialem Druck ausgesetzt zu bestehenden Missständen wie diskriminierenden oder rassistischen Behördenpraktiken zu schweigen? 2. Inwieweit trägt eine verbreitete Behördenkultur der Antidiskriminierung dazu bei, dass Behördenmitarbeiter, sich nicht zu tatsächlich bestehenden Herausforderungen im multikulturellen Behördenalltag äußern?  Um diese Fragen zu beantworten, schlägt das Projekt eine Reihe von Listenexperimenten vor. 

Die Daten des Projekts werden im Zuge der zentralen Beschäftigtenbefragung erhoben (A06). Untersuchungseinheit sind Beschäftigte in Bundesbehörden mit Bürger:innenkontakt (Zoll, Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, Bundesagentur für Arbeit und ggfls. zu einem späteren Zeitpunkt (in Abstimmung mit dem Projekt an der DHPOl Bundespolizei) Außerdem kooperiert es eng mit den folgenden Teilprojekten: "Intergruppenkontakt" (B01) „Netzwerkstrukturen“ (B09), „Einstellungen und Aufstiege im öffentlichen Dienst“ (B10), „Einstellungen und Erfahrungen von Beschäftigten in Bundesbehörden“ (B11) sowie „Rassistische Diskriminierung in Institutionen“ (A05). 

Das Projektziel ist erreicht, wenn statistisch abgesichert geklärt ist, inwieweit Beschäftigte in Bundesbehörden sich hinsichtlich diskriminierenden Einstellungen und Behördenpraktiken selbstzensieren und auf welche Behördenmitarbeiter dies insbesondere zutrifft. 

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