Polizeiliche Kontrollpraxis in der Frankfurter und Berliner Polizei: Erfahrungswissen von Polizist:innen und Betroffenen

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Zentrales Anliegen des Teilprojekts ist die Datenerhebung zur polizeilichen Kontrollpraxis in der Arbeit der Polizeien in Berlin und Frankfurt am Main. Zudem soll das Projekt Maßnahmen gegen eine etwaige Ungleichbehandlung oder Vorurteilsbedingung in der polizeilichen Kontrollpraxis entwickeln. 

Konkret wird gefragt, wie die polizeiliche Kontrollpraxis in der Arbeit der Polizeien in Berlin und Frankfurt am Main von Adressat:innen polizeilicher Kontrollmaßnahmen, die einen Migrationshintergrund haben, erlebt wird und welche Bewältigungsstrategien Betroffene einer etwaigen Ungleichbehandlung oder Vorurteilsbedingung in der polizeilichen Kontrollpraxis haben. Das Projekt fragt zudem, ob und welche Bedarfe es in der Menschenrechtsbildung sowohl für Ausübende als auch Betroffene einer etwaigen Ungleichbehandlung oder Vorurteilsbedingung gibt. 

Das Projekt adressiert die Polizeipräsidien in Berlin und Frankfurt am Main, die regelmäßig Gegenstand im Diskurs um eine vorurteilsbedingte polizeiliche Kontrollpraxis in Deutschland sind. Es bestehen bereits Feldzugänge zu beiden Behörden. Die Hinzuziehung eines dritten Ortes als Vergleichsgröße wird erwogen.

Zur Erfolgskontrolle werden dem Projekt verschiedene Erfolgsbedingungen und Arbeitsziele gesetzt, die in den jeweiligen Arbeitsschritten erfüllt sein müssen: Beim Feldzuschnitt müssen sog. Hotspots polizeilicher Kontrollmaßnahmen berücksichtig werden. In der Datenerhebung müssen neben Adressat:innen polizeilicher Kontrollmaßnahmen mit Migrationshintergrund als Kontrollgruppen der Untersuchung sowohl Adressat:innen polizeilicher Kontrollpraxis ohne Migrationshintergrund  als auch Polizist:innen interviewt werden. In der Analyse der Daten muss über die Bewältigungsstrategien der Betroffenen einer etwaigen Ungleichbehandlung oder Vorurteilsbedingung hinaus das Erfahrungswissen beider Kontrollgruppen als Vergleichswert näher untersucht werden. Im letzten Arbeitsschritt, dem Forschungstransfer, werden grund- und menschenrechtsfundierte Konzepte für Handlungsmöglichkeiten und Gegenmaßnahmen gegen eine etwaige Ungleichbehandlung oder Vorurteilsbedingung vorgeschlagen und es wird gefragt, inwiefern dafür bereits bestehende Antidiskriminierungskonzepte ausreichend sind.

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