Rassismus im Fürsorgekomplex: Mechanismen kommunaler Inklusions- und Exklusionspraktiken gegenüber Migrant:innen aus EU-Mitgliedsstaaten

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Urbane Zentren zeichnen sich nicht nur durch ausgesprochene Pluralität aus, sie sind auch Arenen der Aushandlung von Zugehörigkeit. Im Zuge von Europäisierungsprozessen und als Gegenbewegung zum Abbau territorialer Grenzen innerhalb der Europäischen Union entstehen dabei vielfach neue Inklusions- und Exklusionspraktiken im kommunalen Raum.

Von diesem Befund ausgehend wirft das Teilprojekt die Frage auf, inwiefern Migrant:innen aus EU-Mitgliedsstaaten der Zugang zu Ressourcen und gleichberechtigter Teilhabe an Funktionssystemen der Berliner Stadtgesellschaft ermöglicht oder verweigert wird. Forschungsleitend ist die Fragestellung, inwiefern diesbezügliche Praktiken als Ausdruck eines – über die Einstellungen und Handlungen Einzelner hinausgehenden – „institutionellen Rassismus“ bewertet werden müssen.

Hierfür werden Praktiken, Routinen und Strategien institutioneller Akteur:innen des kommunalen Fürsorgekomplexes in den Bereichen Arbeit und wohlfahrtsstaatliche Dienstleistungen sowie Wohnen und Unterbringung untersucht: Leistungsbehörden, sachzuständige Senats- und Bezirksverwaltung, Träger:innen der kommunalen und freien Wohlfahrtspflege, sowie communitybasierte Beratungsstellen. Die Ergebnisse werden nicht nur in Form von wissenschaftlichen Artikeln aufbereitet, sondern sollen darüber hinaus auf Veranstaltungen mit relevanten Akteur:innen diskutiert werden und – in enger Abstimmung mit Praxispartner:innen – in Praxishandreichungen einfließen.

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