Gesundheitsämter gegen Rassismus: Gesundheitsschutz als Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt

INRA_B04 – Projekt des FGZ Bielefeld

Das Teilprojekt untersucht, ob Rassismus in Behörden des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD), konkret in Gesundheitsämtern, einen gleichberechtigten Gesundheitsschutz behindert und wie dort Rassismus ggfls. reduziert werden kann. Gesundheitsämter sind vor Ort tätige Behörden der Länder oder Kommunen. Ihre Aufgaben umfassen u. a. Gesundheitsberichterstattung, Umsetzung des Infektionsschutzgesetzes, Hygieneüberwachung, Sozialpsychiatrie und Schwangerschaftskonfliktberatung. Diese Aufgaben sind gesetzlich reglementiert. Zudem haben Kontakte mit dem Gesundheitsamt rechtliche Konsequenzen, wie z.B. häusliche Quarantäne bei Covid, Zugang zu Gemeinschaftsunterkünften (z.B. bei Tuberkulose), Zugang zum Schwangerschaftsabbruch oder die Erlaubnis zur Ausübung von Sexarbeit.

In einem partizipativen Ansatz ermitteln wir, wie Mitglieder rassifizierter Gruppen sowie Beschäftigte des ÖGD Maßnahmen des Gesundheitsschutzes wahrnehmen und ob dies wiederum die Wahrnehmung des gesellschaftlichen Zusammenhalts beeinflusst. Dies erfolgt in Form von homogenen und heterogenen Fokusgruppen auf lokaler, Landes- und Bundesebene. Eine ergänzende Medienanalyse untersucht die mediale Repräsentanz und den Diskurs zu Rassismus in Gesundheitsämtern in Deutschland und die Teilhabechancen von rassifizierten Gruppen. Mit Hilfe eines Scoping Reviews erfassen wir den internationalen wissenschaftlichen Forschungsstand. Zusammen mit von Rassismus betroffenen Menschen und Mitarbeitenden im ÖGD entwickeln wir darauf aufbauend konkrete Strategien, die Gesundheitsbehörden anwenden können, um die identifizierten Barrieren zu beseitigen und damit die gesundheitliche Teilhabe von Angehörigen rassifizierter Gruppen zu fördern.

Kooperationspartner:innen sind beispielsweise die Akademie für Öffentliches Gesundheitswesen in Düsseldorf und die Aidshilfe Bielefeld e.V.

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