Mediennutzung und gesellschaftlicher Zusammenhalt

HAM_F_01 – Projekt des FGZ Hamburg

Zielsetzung / Fragestellung

Die Leitfrage des Projekts lautet: Wie nutzen Menschen in verschiedenen sozialen Lagen die verschiedenen Medien, und wie tragen sie damit zur Herstellung von Öffentlichkeiten und gesellschaftlichem Zusammenhalt bei?

Das Projekt wird auf Grundlage verschiedener empirischer Daten ermitteln, wie sich Teilgruppen der Gesellschaft (sowohl innerhalb Deutschlands als auch im internationalen Vergleich) kommunikativ aufeinander beziehen. Damit wird es möglich, kommunikations- und medienbezogene Prozesse gesellschaftlicher Integration und Fragmentierung zu erkennen. Die Befunde werden zudem aus medienrechtlicher Perspektive reflektiert und in Hinblick auf ihre Konsequenzen für Medien(verfassungs)recht und Medienpolitik reflektiert.

Thematischer Bezug zu gesellschaftlichem Zusammenhalt

Das Vorhaben geht davon aus, dass die Art und Weise, wie Menschen die verschiedenen Kommunikationsmedien nutzen und sich dadurch mit verschiedenen Öffentlichkeiten, Gruppen und Individuen in Beziehung setzen, einen maßgeblichen Faktor für die Konstruktion gesellschaftlichen Zusammenhalts darstellt. Angesichts der durchlässig gewordenen Grenzen zwischen öffentlicher und privater Kommunikation ist die Vorstellung überholt, die soziale Integration einer Person lasse sich einerseits an ihren persönlichen Netzwerken und andererseits an ihrer Teilhabe an der öffentlichen Kommunikation durch die Rezeption von Massenmedien ablesen. Um in der heutigen Medienumgebung den Beitrag individueller Mediennutzer*innen zur Konstruktion gesellschaftlichen Zusammenhalts zu verstehen, bedarf es einer differenzierteren Analyse der Praktiken, mit denen sich Individuen mit verschiedenen Öffentlichkeiten in Beziehung setzen. Über die Analyse der individuellen „Repertoires öffentlicher Anbindung“ kann dann auch der konzeptionelle Brückenschlag zur Beschreibung von Öffentlichkeiten und zur Analyse ihres Zusammenhalts erfolgen. Das Vorhaben wird somit insbesondere die (medienbezogenen) Praktiken sowie die mit ihnen verwobenen Beziehungsgeflechte als maßgebliche Faktoren untersuchen, die gesellschaftlichen Zusammenhalt hervorbringen. Sein Anspruch ist, sowohl in begrifflich-theoretischer als auch empirisch-analytischer Hinsicht zum besseren Verständnis des gesellschaftlichen Zusammenhalts beizutragen.

Projektleiter*innen und Kontakt

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